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Fugen und Silikon im Bad erneuern: Schritt für Schritt

Verfärbte, rissige oder schwarz gewordene Fugen und Silikonnähte sehen nicht nur unschön aus, sie sind auch ein Risiko: Durch undichte Stellen dringt Feuchtigkeit in Wand und Boden, und es entstehen Schäden. Das Erneuern ist mit etwas Geduld auch für Einsteiger machbar und deutlich günstiger als eine Fliesenerneuerung. Dieser Ratgeber führt Sie in klaren Schritten durch die Arbeit.

📋 Kurz zusammengefasst

Zementäre Fugen zwischen Fliesen werden ausgekratzt und neu verfugt, elastische Anschlussfugen an Wanne, Dusche, Waschbecken und Ecken bestehen aus Silikon und werden komplett entfernt und neu gezogen. Entscheidend sind ein sauberer, trockener, fettfreier Untergrund und Sanitärsilikon mit Schimmelschutz. Bei Wasserschäden oder weichen Untergründen sollten Sie einen Fachbetrieb hinzuziehen.

Fuge ist nicht gleich Fuge

Im Bad gibt es zwei Arten von Fugen. Zwischen den Fliesen sitzt starre Zementfuge oder Epoxidfuge. Sie darf sich nicht bewegen und wird bei Schäden ausgekratzt und neu verfugt. Dort, wo Bauteile aufeinandertreffen, etwa an Wannenrand, Duschtasse, Eckfugen oder Fliese und Waschbecken, arbeitet das Material. Hier gehört elastische Silikonfuge hin, die Bewegungen aufnimmt. Wer Silikon durch Zementfuge ersetzt oder umgekehrt, riskiert Risse und neue Undichtigkeiten.

Material und Werkzeug vorbereiten

  • Fugenkratzer oder Fugenschneider und ein Cuttermesser
  • Silikonentferner oder Silikonlöser, Staubsauger und Pinsel
  • Sanitärsilikon mit Schimmelschutz, Kartuschenpistole, Abdeckband
  • Fugenmörtel (Zement oder flexibel), Gummischwamm, Fugenbrett
  • Glättmittel oder Spülmittellösung, Handschuhe, Küchenpapier, Isopropanol zum Entfetten

Wählen Sie das Silikon passend zur Fläche, etwa neutralvernetzend für Naturstein oder Emaille. Verwenden Sie Handschuhe und lüften Sie, denn Dämpfe und Lösemittel reizen Atemwege und Haut.

Schritt 1: Altes Silikon entfernen

Schneiden Sie die Naht an beiden Seiten mit dem Cuttermesser ein und ziehen Sie das Silikon in einem Stück ab. Reste lösen Sie mit Silikonentferner nach Herstellerangabe, bevor Sie mechanisch nachschaben. Gehen Sie vorsichtig vor, damit Sie weder Fliesenglasur noch Wannenemail zerkratzen. Wichtig ist, wirklich alles zu entfernen: Auf Silikonresten haftet neues Silikon nicht dauerhaft. Achten Sie auf Untergründe, die vorher dunkel verfärbt sind, denn darunter kann sich Schimmel verbergen.

Schritt 2: Untergrund reinigen und trocknen

Reinigen Sie die Fuge gründlich mit einem Reiniger, entfetten Sie sie mit Isopropanol und lassen Sie alles vollständig trocknen. Das kann je nach Raum und Wetter ein bis zwei Tage dauern. Ein Föhn oder Heizlüfter beschleunigt das Trocknen, ersetzt aber nicht die Geduld. Gehen Sie bei Schimmelbefall mit geeigneten Mitteln vor. Handelt es sich um größere Flächen oder durchfeuchtetes Material, ist das ein Fall für Fachleute. Für kleine Flecken genügt oft ein Schimmelentferner nach Anleitung, getragen mit Handschuhen und Schutzbrille, bei guter Belüftung.

Schritt 3: Zementfugen auskratzen und neu verfugen

  1. Alte Fugenmasse mit dem Fugenkratzer 2 bis 3 Millimeter tief entfernen, sofern sie bröckelt.
  2. Staub absaugen, Fliesenkanten leicht anfeuchten.
  3. Fugenmörtel nach Packungsangabe anrühren und mit dem Gummischwamm diagonal zur Fuge einarbeiten.
  4. Nach etwa 10 bis 20 Minuten (je nach Produkt) mit leicht feuchtem Schwamm abwaschen.
  5. Nach dem Anziehen den Schleier mit einem trockenen Tuch polieren und die Fuge mehrere Tage nicht übermäßig nässen.

Schritt 4: Silikon sauber ziehen

Kleben Sie beidseitig der Fuge Abdeckband auf, sodass etwa drei bis fünf Millimeter Fuge frei bleiben. Schneiden Sie die Kartuschenspitze schräg passend zur Fugenbreite ab und ziehen Sie die Naht in einem Zug. Glätten Sie mit einem Fugenglätter oder einem Finger, der leicht mit Spülmittel-Wasser befeuchtet wurde, und ziehen Sie das Band sofort danach ab, bevor sich eine Haut bildet. Wannen und Duschtassen sollten Sie vor dem Verfugen mit Wasser füllen oder belasten, damit die Fuge im späteren Betrieb nicht abreißt.

Trocknen lassen und Fehler vermeiden

Lassen Sie Silikon je nach Produkt 24 Stunden oder länger aushärten, bevor Sie duschen. Die Fuge sollte nicht zu dünn sein, sonst reißt sie. Eine Tiefe von etwa der halben Breite ist üblich; bei tiefen Fugen helfen Rundschnüre oder Rückfüllmaterial. Silikon für Sanitärbereiche ist nicht überstreichbar, und Haftungsprobleme entstehen auf schmutzigen oder feuchten Flächen. Wiederkehrender Schimmel auf neuem Silikon deutet auf zu hohe Luftfeuchte oder fehlende Lüftung hin.

Pflege, damit die Fugen lange halten

Wischen Sie Silikonfugen nach dem Duschen mit einem Abzieher oder Tuch trocken und lüften Sie den Raum, dann bleibt die Naht länger sauber. Verwenden Sie keine scharfen oder stark säurehaltigen Reiniger auf Silikon, sie machen es spröde. Kontrollieren Sie Fugen einmal im Jahr auf Risse und lösen Sie kleine Schäden früh, denn eine lokale Reparatur ist einfacher als eine Komplettsanierung. Zementfugen lassen sich mit einer Imprägnierung schützen, die Schmutz und Wasser abweist; tragen Sie sie nur auf trockene, saubere Fugen auf.

Wann ein Fachbetrieb nötig ist

Sind Fliesen hohl, lose oder weicher Untergrund spürbar, dringt vermutlich schon länger Wasser ein. Dann reicht ein Fugentausch nicht. Auch Risse in Bodenplatte oder Verbundabdichtung, feuchte Flecken an Nachbarwänden und muffiger Geruch sprechen für einen Fachbetrieb. Mieter melden Schäden zuerst dem Vermieter; die Zuständigkeit für Silikonfugen ist oft als Schönheitsreparatur geregelt, die konkrete Aufteilung klärt der Mietvertrag.

Fazit

Fugen und Silikon im Bad zu erneuern schützt Wand und Boden vor Wasserschäden und frischt den Raum sichtbar auf. Mit sauberer Vorbereitung, passendem Material und ruhiger Hand gelingt das auch Einsteigern. Planen Sie Trocknungszeiten ein und holen Sie bei Feuchteschäden einen Fachbetrieb hinzu.